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Mandala

Mandala kommt aus dem Sanskrit, einer sehr alten Schriftsprache und bedeutet einfach Kreis. Kreise kommen in allen Kulturkreisen vor, auch bei den Indianern und bei europäisch ethnischen Völkern. Bei allen Kulturen dieses Planeten spielen Symbole, geometrische Formen und Kreise in ihrem Mythos und im überlieferten Glauben eine bedeutende Rolle. Traditionen und Glauben wurden so von Generation zu Generation getragen. Alle großen Kulturen dieses Planeten haben eines gemeinsam. Sie verwendeten Symbole um Außenstehendes abzuwehren, ihre Götter zu ehren oder um Kraftfelder herzustellen die durch Symbole oder in Form eines Mandala positive Energien auf ein schlechtes Umfeld einwirken lassen. Aus Indien und Tibet sind die beeindruckenden farbigen Sand-Mandala, die den Mönchen zur Meditationsvorbereitung dienten.

Die frühe Entwicklung des Mandala ist wahrscheinlich in Indien auf tantrischen Schamanen zurück zuführen die Sand-Mandala mit farbiger Erde auf den Boden zeichneten - als Teil des Initiationsritus für ihre jungen Schüler die während des Rituals einen großen heiligen Kreis betraten. So müssen die Formen des Mandala an sich nicht sehr ausgeprägt gewesen sein, obwohl im Ritual selbst jeder Linie mystische Energie und tiefe Bedeutung beigemessen wurde. Bezweckt wurde die Schaffung eines heiligen Raumes in dem die kreative Vorstellung ihre Kraft gegenüber der Materie behaupten kann.

Ein Mandala ist rund und lässt sich auf verschiedene Weise gestalten. Entscheidend sind der ruhende Mittelpunkt und die zwei Symmetrieachsen. Es kann aber auch drei-, fünf- oder sogar mehrfach geteilt sein. Die verschiedenen Formen und Farben haben unterschiedliche Wirkung und Bedeutung.

Der Psychologe Carl Gustav Jung (1875-1961) hat sie in Deutschland und Europa neu bekannt gemacht, indem er sie in seinen Therapien als Ganzheitssymbole heilsam und beruhigend einsetzte. So vermittelt ein Quadrat zum Beispiel Festigkeit und Stabilität und steht für das Materielle, Irdische. Eine Spirale zeigt entweder Entwicklung oder Rückzug auf, je nachdem, ob sie links- oder rechtsherum verläuft. Ebenso könnte ein Mandala als Tor Einlass für imaginäre Reisen zu vielen innen liegenden Welten erschließen.

Die Tibeter verehren in Ihrer Kultur das Mandala als in sich heiliges Objekt. Sie glauben, daß das Mandala auf den gewöhnlichen Menschen eine heilende Wirkung ausübt und für den Eingeweihten unterbewußter Auslöser der Visualisationskraft ist. Allein der bloße Anblick genügt, um bei jedem fühlenden Wesen einen Entwicklungsimpuls in Richtung Erleuchtung im Geistesstrom auszulösen.

In schriftlichen Quellen wird erläutert, daß aus der visionären Umstrukturierung des menschlichen Nervensystems Mandalas gemalt oder aus Sandkörnchen erzeugt werden können. Es heißt, das zweidimensionale Mandala habe die Macht, die Vorstellungskraft des Betrachters zu stärken und somit die zuversichtliche Kreativität die der praktizierende Gläubige zur Visualisierung des dreidimensionalen Mandala benötigt, anzuregen.